Poesia Poesie Poëzie …

Roberta Dapunt

Dapunt, Roberta, Nauz. Gedichte und Bilder. ladinisch und deutsch, Wien Bozen 2012, (Folio Verlag)


Pag. 14-15

Vers ladin, tan rî che al é te scrì.
Ciara da finestra fora y vëiga dantadüt tëmp y sajun,
degun pinsier a jënt ladina, degun paîsc nadè.
Tan püćia crëta a mia confesciun,
n Pater, Ave, Gloria vigni iade da pié ia.
Dejciolè raîsc, desraijé ödli y orëdles, madër s’un trà
y lascè jì pîsc y mans fora por pastöra plö grassina.
Miorè, ingrassè parores y punt d’odüda
y tla finada ćiarè zoruch da n cucher ite.

*** 

Ladinisches Gedicht, wie schwer es mir fällt, dich zu schreiben.
Schaut aus dem Fenster und sieht vor allem Wetter und Jahreszeit,
kein Gedanke an die eigenen Leute, kein Heimatdorf.
Beim Fortgehen immer ein Stoßgebet zum Himmel,
so gering ist das Vertrauen in meinem Glauben.
Wurzeln lösen, Augen und Ohren entwurzeln, nicht bleiben
und Hände und Füße auf saftigere Weiden treiben.
Wortfelder düngen, Sichtweisen mästen,
und dennoch der Blick wie durch ein Guckloch zurück.
 
Nauz, Folio Verlag, 2012
ins Deutsche übersetzt von Alma Vallazza



Pag. 18

Monolog

Wieder verstrickt sich die muntere Nacht mit meinen Gedanken,
Schlaf zerrt daran wie die Sense am Unkraut,
so erwarte ich dich an der Schwelle meiner Sehnsucht.
Fiebrig und ungläubig ist meine Seele
trotz des Gebets.

Es stockt mein Herz. Könnte ich doch wiederkäuen
wie im Stall die glücklichen Kühe.
Und hier, verborgen, beten,
klar, schlicht und ohne Geräusch.
Wann wirst du mir entgegenkommen?

Die Hefte zum Wörter Ausstreuen sind die Verstecke
meiner Gebete. Wirst du mein Gedicht verteidigen?
Ist es nicht glaubwürdig genug, wird es verachtet,
so sieh doch, mein Gott, wie einsam es ist.
Nichts anderes macht meine Zeit aus der Einsamkeit.

Soll ich verstehen, was du mir sagen willst?
Schlafen möchte ich, nur schlafen.
Und meine Hände lieber ungefaltet lassen,
denn frei bin ich von jeglicher Verstrickung.
Werde Tag, mein Gott! Die Nacht neigt sich zum Ende.


Pag 22

Erst im Dunkeln betest du, bezwungen.
Häufst Jahren und Mühen, für einen Arm voll Heu
schwingt der Mensch den Rechen und lässt Träume verdorren.
Schütter ist der Haufen deines Lebens, ausgedroschen und treu.
Will Gott denn dein Elend? Hörst du nicht, wie leise er schweigt?
Es läutet zur Abendandacht, heilsam sind die Gebete,
Heu und Grummet zum Überleben, und im Stall
Erwartet dich drei Kühe und ein Schwein.


Pag. 32

Stephanstag

Deine Stiefel zu gross,
stapfe ich vorsichtig Richtung Stall,
ein Eimer Wasser und das Weihwasser,
so hast du es mir beigebracht.

Durch das vereiste Fenster sah ich zum ers ten Mal,
was immer unbeschrieben bleibt.
Du rufst, es ist geboren,
sein Aufstehen bricht in die Stille,
und jedes Mal aufs Neue leuchten unsere Augen.
Denk bloss, Lois, wenn das alles nur ein Traum wäre,
In welcher Belanglosigkeit müssten wir morgen erwachen.


Pag 30-31

Tan ri tëmp te chësc altonn nia da mudé,
zënza palsa la plöia. Mia orela cürta danter ciarü y frëit,
rodi iö cër ćiasa ia, sciöche a spazier te raiun forest,
por tan che sëmena oramai pestada fora,
scomöi i vari śëgn plö co mai.
 
Vëgneste tö, val’un, incö a me ciafè?
Te chësc lüch co ghira sciöche unica compagna la fedelté.
Insciö sunsi sentada sön banch dan porta, nagules timples.
Tres sunsi iö ćiamò chilò, sciöche te n ofize d’onur.
Mi pëgn por chësc podest, la surité.

So schlecht das Wetter in diesem unveränderlichen Herbst,
Regen unverdrossen. Inmitten von Nebel und Kälte halte ich inne,
gehe ums Haus, wie bei einem Spaziergang in der Fremde,
auf ausgetretenem Weg
zögert der Schritt nun mehr als zuvor.
 
Kommst du, jemand, mich heute besuchen?
Auf diesem Hof, dem die Treue einzige Gefährtin ist.
So sitze ich auf der Bank vor der Tür, regennass die Nelken.
Immer noch bin ich hier, als bekleidete ich ein Ehrenamt.
Und der Preis für diese Kanzel die Einsamkeit.
 
Nauz, 2012, Folio Verlag
ins Deutsche übersetzt von Alma Vallazza 


Pag. 38.

Immer grün im Haus, Grün vor dem Haus,
immer frisches Gras und gutes heu für den Winter,
ein Schwein und drei Kühe, die kurze Sicht auf die Welt.
Im verlauf unseres Leben eignet sich wenig zur Beschaulichkeit
ausser dem stillen Gedanken an die kurze Dauer, an ihre Bedingtheit.


Pag. 50

Schwarze Saat in meinem Gehirn,
entschwebt und treibt aus zu Gedichten
wie Holunderblüten vor dem Stall.



Pag. 54

Schlachtzeit

Ich begleite dich zu diesem einen Augenblick der Freiheit,
du neugieriger Dezemberrüssel,
versenkst deine gelbstichigen Klauen in den trügerischen Schnee
und knickst ein. Zurück bleiben die geronnenen Zeugen.

Wacholderduft im ganzen Haus,
gebannt in einem Bild des Todeskampfs die Schüssel,
die Katze aber folgt deinen Spuren,
man hört Gesang.
Still ist’s heut Nacht am fettigen Trog,
im Teller Sauerkraut und Wurst.
Wohl bekomm’s dem Erschöpften, Würze
und Saft der geschmacklosen Schufterei.
Im Hof fällt Schnee auf die grellen Flecken,
jetzt, wo sogar die Nacht gefriert.


Pag. 56

Jeden Tag gehe ich an dir vorüber, kein Gebet,
und doch sehe ich dich.
Verwirrt, verbraucht sind die Menschen, die du uns überlassen hast,
unübersehbar die Spuren ihres ausgebeuteten Lebens.
Verpflichtung und Dienen und das tägliche Arbeitsgewand,
nur vom Sonntag überhöht, ihrem Hüter eines fremden Paradieses.
Und du, Beharrlicher, suchst für mich nach einer Sprache zum Beten,
wo ich doch frei bin von jeder Vertraulichkeit.
Für mich bleibst du eine Nebelbank hoch oben
in einem Himmel, der mehr ist als sein strahlendes Blau.

Dich immer wieder zu betrachten, von dort unten in den Wiesen,
schönere Zierde könnte ich mir nicht wünschen.


Pag. 72

Die Stalltür

Lass die Stalltür offen als ein Zeichen des Ansehens,
deines Anrechts zu überleben unter tausend anderen.
Dein kleiner Hof, erfahrene Begrenzung jenes Bauern,
der seine Zuwendung einst zu einer Wiese machte,
zum Ausdruck dessen, was ausreicht.

Hier an der Schwelle zum Stall bist du die lebendige Kluft
zwischen Hinwendung zum Kleinen und Blick auf die Welt.
Jener Welt, die dir von ausserhalb zusieht, als lebtest du in einem Bilderbuch,
nicht wissend, Bauer, dass du allein der Erbe jener unerhörten Dinge bist,
von denen man nicht erzählen kann. Hörst du deinen Atem?
Er gleicht für mich dem Jemen Wehklagen der verendenden Leben. Und der Krieg.
Hörst du nicht seinen Schrei in deinen Händen, die Karre, wie sie quietscht?

Lehn dich an die Stalltür und schau hinaus, Bauer,
weit weg von hier geht die Welt zu Ende, schreien Tod und Elend,
während der Dünger hier sein immer gleiches Lied singt.
Das Nachdenken über dein tägliches Tun, Christenmensch,
wird niemals jenes der Blenden sein, die ihr Land fliehen müssen.

Keine Fremdsprache, Bauer, keine dir unbekannte Sprache ist die Welt.
Dasselbe Tuch um den Kop/ und der zarte Feldspinat auch jenseits der Berge.
Wuchert ladinisches Gras hier auch überall, im Stall und um den Mist,
das feinste Kräutlein bleibt jedes Jahr der bittere Klee, der rundum spriesst.


Uit: Dapunt, Roberta, Nauz. Gedichte und Bilder. ladinisch und deutsch, Wien Bozen 2012, (Folio Verlag)



Zang Di

Zang Di, Gesellschaft für Flugversuche. Gedichte. Aus dem chinesischen und mit einem Vorwort von Dong Li und Lea Schneider, München 2019, (Carl Hanser Verlag)


Aus der Reihe: Aufsteigen,
wie es die Schneeberge tun

Jeden Morgen sind die Schneeberge schneller, sie füllen
mein Fenster, bevor die Sonne steigt. Autogeräusche dimmen
den letzten Rest Nacht auf ein Minimum. Die Schatten der Zeit
werden die ganze Zeit gegen die Schatten von Kirschblüten
getauscht.

Unnötig zu erwähnen: Dieses Fenster hatte der Winter geliehen,
jetzt bekommt es der Frühling zurück. Auf dem Fenster liegt
ein Blatt Papier: das Schicksal. Es bleibt immer gleich, egal ob man
drin bohrt oder nicht. Im Papier gibt es ein kleines Loch: das
Gedicht.

Weil es dieses Luftloch gibt, kannst du weiter sehen als ich.
Mithilfe weit entfernter Dinge bleibst du den Widersprüchen um
mich treu.
In Beijing denke ich nach Westen, wenn es um Schneeberge geht;
in Kanazawa tauchen sie nur im Osten auf, was ich üben rnuss.

Jeden Morgen sehe ich, wie eine Bergkette im Fenster
langsam ihre Flagge hisst. Dann ist die Sonne dran,
sie überquert schrittweise den Rücken der Berge
und akupunktiert alle Nerven der Welt mit Gold.

(April 2011)


Zitronen. Eine Einführung

Der Pfleger nimmt die abgezogenen Bettlaken
und trägt sie in die Waschküche. Die Krankenschwester
nimmt deine Temperatur und geht. Aus der Station
wird wieder eine Höhle in der Zeit. Schräg gegenüber
schläft dein Zimmernachbar immer noch tief.
Mehr Wind als Schritte im Korridor.
Du öffnest ein Paar verschwommene Augen, suchst
nach Wolken an der Zimmerdecke, nach Schilf.
Gestern ist dort bereits ein Zaun auf getaucht,
den eine Herde wilder Tiere in deiner Kindheit
niedergetrampelt hat. Offenbar brauchen
selbst die Wahnvorstellungen im Leben
dringend das bisschen Würde einer Erinnerung.
Ich drücke dir eine Zitrone in die Hand:
etwas Geliebtes. Dein Zustand ist schlecht,
selbst ein Schluck Wasser mittlerweile zu viel.
Mit der Zitrone wird aus dem Wasser ein Stein –
ein Stein, der mit Medizin getränkt wurde. Ein steckengebliebener Stein.
Trotzdem: Wie die Zitrone in der Hand liegt,
verschweigt sie die Logik des Krankenhauses
und bringt eine Form von Leben, insgeheim.
Zumindest werden deine Augen sich drehen
wie zwei kleine, an die Wasseroberfläche geschmiegte Fische.
Ich heb dir den Arm, helfe, die Zitrone in deiner Hand
an die trockenen Lippen zu bringen. Ich will
eine Explosion haben, ich will genau diesen
Geruch. Wenn es dir ein wenig besser ginge,
würde ich mir deine Zitrone vielleicht ausleihen
und sie in die Luft werf en: Siehst du, ein Zitronenvogel
kommt zurückgeflogen. Du brauchst mehr Zeit,
die Zitrone zu erkennen, als deinen Sohn, und das
ist eine schäbige Traurigkeit, die f ast nicht zu ertragen ist.
Aber du und ich, wir spielen mit, wie Kinder,
die vom Zauberer auf die Bühne geholt werden.
Mit dieser letzten Zitrone spielen wir
den letzten Zaubertrick eines Lebens.
Und während der gesamten Dauer dieses Tricks
ist der Tod nicht mehr als ein Requisit.

(28. November 2014)


Juan Rulfo. Eine Einführung

Glaubs oder nicht, aber wenn ich ein bisschen mehr Farbe
auf die Federn schmiere, kann ich mithilfe eines goldenen Hahns
meine Eigenständigkeit unter Beweis stellen. Wo das Ganze
stattfindet, kannst du dir aussuchen. Von mir aus kannst du
sogar davon ausgehen, dass Comala keine fünfzig Kilometer
von Macondo entfernt liegt. Auf einem Esel hinzureisen ist
vielleicht gar nicht so viel weniger interessant als auf dem Rücken
einer Wildgans. Wie die meisten Dörfer ist auch dieses
eher eine Geisterstadt, aber es wird nicht lange dauern,
bis dir auffällt, dass die meisten Städte deutlich mehr Schatten
bereithalten. Die Lichtquelle, die man zum Suchen benötigt,
hält man mit grosser Wahrscheinlichkeit meistens schon
zwischen den Fingern: Glaubs oder nicht, aber wenn alle
mit dem Rauchen aufhören würden, wäre der Himmel
deutlich früher als die Hölle Teil des ewigen Schattens.
Fiktion ist eine notwendige Form von Kunst. Jede Wette,
dass du mir am Ende zustimmen wirst: Es sind ganz allein
die Geschichten, die unseren Verfall vorübergehend verzögern;
weil jeder grosse Charakter seinen Ursprung in dem hat,
was die Toten für die Lebenden schon ausdiskutiert haben,
ist das mit unserer Unschuld, wie du siehst, tatsächlich ziemlich
kompliziert. Die Realität existiert, aber das Dilemma aller
Menschen
besteht darin, class man sie erst loswerden muss, bevor man sich
daran erinnern kann, in welchem Zusammenhang mit der Welt
man steht. Armut ist Mord. Und wenn es die unscheinbarste
Armut von allen ist, hat sie dennoch am grössten Mord
mitgewirkt;
und abgesehen davon gibt es keine weitere Realität. Denk daran:
Die wichtigste Errungenschaft im Leben jedes Menschen findet
sich
dort, wo die Grenzen zwischen Leben und Tod nicht existieren.
Und falls das kein Zufall ist, dann führt zwischen endlosen
Schmerzen nur vollkommenes Schweigen zu etwas Glück.

(4. Dezember 2015, 17. Februar 2016)



Wie man John Dewey zitiert.

Eine Einführung Dass man Schnee als ein Hobby verstehen kann,
ist ein Gedanke, den offenbar nicht nur Touristen
wie wir haben, die, sobald sie ein Eichhörnchen
sehen, nach ihrer Kamera greifen, sondern auch
die Vogelbeeren mit ihren winzigen Schneeschuhen,
die weiterhin fest an die Existenz von Elfen hier
ganz in der Nähe glauben. Mut zur Imagination
ist auf jeden Fall ein Ausgangspunkt. Selbst der Hase,
der keine Ahnung von unserer Weltanschauung hat,
vermacht seine kleinen Fussabdrücke eindeutig
der Ursprünglichkeit von Schnee. Und sogar die Wildenten
scheinen über ein Wissen zu verfügen, das sich
mit jedem Gelehrten messen kann – je reaktionärer
der Schnee, desto mehr wird sein Schneeweiss
unseren Geschmack verändern. Man lernt mehr,
wenn man verliert, als wenn man Glück hat.
Und lernen musst du, neben jedem Glauben
eine Schneeschaufel aufzubewahren, denn das,
was die Imagination beherrscht, ist die Zukunft,
und das, was den Schnee beherrscht, ist eine noch sturere Idee –
dass man Stille als einen weissen Tanz verstehen kann,
ist wer weiss wie lange schon nicht nur ein Gedanke,
den diejenigen haben, die wie wir gerne in der Dunkelheit
zwischen den Worten Zweige schneiden, sondern auch
die beste Erfindung, die jemals gemacht wurde für diese Welt.

(23.Januar 2016)


Zur Erinnerung an den 130. Todestag
von Emily Dickinson. Eine Einführung

Grasen auf dem Herzen, tagsüber
das weiche Fell zahm wie ein Blatt, das jeden, jeden Moment
vom Baum fallen kann; zahm wie sein Streicheln.
Morgentau. Ein erster, vergeudeter Kuss. Nur der Ruf eines
Rotkehlchens
dringt manchmal noch durch die Kurzfristigkeit der Liebe.
Sie öffnet die Tür zum Hof. Schickt das, was ihr Herz
genannt wird, das, was unsere Herzen genannt wird,
zum Weiden an den Waldrand. Sie weiss um die Dunkelheit
an der hellsten Stelle im Licht, so wie sie um die Einsamkeit
der Dunkelheit weiss. Bei Einbruch der Nacht ruft sie die Herde
aus der Wildnis an ihre Seite zurück. Es ist nicht schwer,
die ganze Wahrheit zu sagen; vorausgesetzt, du sagst sie schräg.
Und genau so wurde sie sich ihre Partnerin, auf ewig,
indem sie die Grösse des Lebens und den Ruhm des Todes
weit hinter den Abgrund warf, für den wir die Zeit halten,
weit hinter die Rückseite. Es hat zahllose Heldinnen
vor ihr gegeben; aber keine von ihnen hatte den Mut
zu werden, was sie war: Prophetin ihrer selbst allein.

(15. Mai 2016)


Schwarze Vögel. Einführung zu einer Studie

Ignoriert man die Pakten aufgrund
der Fakten, dann sind nachts faktisch
alle Vögel schwarz. Einzige Ausnahme:
Der Schnee, gespiegelter Sternenhimmel
in einer kalten Nácht, anschaulicher als
die kälteste Schulter, als hätte er
gerade erst ein Paar riesige Flügel verloren.
Fakt ist: Schwarzweiss ist eine Form
von Unruhe, die sich für ihre politische
Symbolik nicht die Bohne interessiert.
Und hierüber denken wir selten nach:
Sobald du anfängst, die Welt zu beobachten,
gibt es deutlich mehr als eine Welt,
die im Gegenzug dich beobachtet.
Schwarz meint hier faktisch schwarz.
Natürlich haben wir die eine oder andere
Art der Abhilfe ausprobiert. Zum Beispiel
liegt der eigentliche Sinn des Sehens darin,
Bewunderung für die Dinge
zu erlernen, die man nicht sehen kann,
letztlich also: Zu erlernen, wie man
sehr weit entfernten Lichtstrahlen vertraut,
dass sie auf ihrem Weg durch die Umwelt
nebenbei auch ein paar Gründe mitbringen
werden. Ein schwarzes Zwitschern,
das durch die Dunkelheit kommt,
kommt dir jedenfalls dunkel interessant vor:
Vielleicht klingt es so, wenn sie sich ausbreitet.
Liebe, vor allem diejenige Liebe, die fliegen kann,
ist in der Dunkelheit eben am sichersten.
Aber dieses Zwitschern richtet sich
nicht an dich, denn du irrst dich nicht:
Nachts unterscheidet sich dein Körper
in den Augen schwarzer Vögel
auch nicht gross von allen anderen
Hindernissen der Welt. Fakt ist:
Stare sind schwärzer als Krähen.
Aber wenn wir von schwarzen Vögeln
sprechen, ist das erste, woran du denkst,
ganz sicher niemals ein Star.
Und Fakt ist auch: Du hast recht.

(25. Januar 2017)



Der Strand von Scheveningen. Eine Einführung

Das Meer liegt still wie ein Bild von van Gogh,
das deine Hirnwellen unvermittelt anspülen –
kauernder Norden, bei Rückkehr vom Kutter geladen,
weich auf dunkelbraunem Sand. Realitäten dieser Art
sind unbarmherzig, aber weit genug weg, um sie problemlos
als Landschaft zu historisieren. Vor dir liegt ein realistischerer
Ausblick,
und seine Schönheit ist die Schönheit einer reinen Erinnerung,
die sie in deine Kehle stopft, die sie als letzte langsam schluckt.
Ein salziger Geschmack, glattgerührt; ein Möwenschwarm,
der jede Resonanz aus tiefstem Herzen im Vorbeifliegen
schon verpfändet hat, an eine hastig ausgegrabene
archäologische Forschungsstätte. Ausgewaschene Muscheln
sind sauberer als alle anderen Beweise der Seele,
die du bisher gesehen hast. Gebückt und aufgehoben, glatt
in der Hand, Einführung einer ursprünglichen Genauigkeit.
Jeder einzelne Vergleich kann den Moment der Ewigkeit
umdrehen und zum Vater von Fakten werden. Immer,
wenn unsere Wahrheit wirklich widerwillig ist,
persönlich Zeugnis abzulegen, dann ist das Meer
die Sorge des Lebens, aber auch, beängstigender,
das Leben die Sorge des Meeres. –

für Zhu Zhu
(12. Juni 2017)


Was man länger erinnert als Schmerzen.
Eine Einführung

Die Nacktheit in den Obstbäumen, Spiegel
einer umformulierten Kindheit, nimmt zu: Zweige,
die deinen ausgestreckten Arm in den Spätherbst
verlängern, verformte Gabel, zeigt nach oben ins
blaue Fleisch, durchscheinend ins Grenzenlose.

Kalte Luft, gemischt in den Geruch der Zeit,
legt sich über einen Duft, der aus der Hintertür
des Schicksals weht. Er riecht nach Leben.
Was für eine Art von Hunger ist das, die sich nur
noch stillen lässt, wenn man sie in der Luft weidet?

Übermalt mit Erinnerungen, verbessert die Essbarkeit
sich deutlich. Und von den Erinnerungen abgesehen,
muss man sich dann auch nicht mehr um weitere
Konservierungsstoffe kümmern: Versorgung unbegrenzt,
solange der Schmerz dieses Lebens

der Schamlosigkeit des Schicksals entspricht;
Haltbarkeit unbegrenzt, solange ich ertragen kann,
deine Bitte zu hören, reiner als der tiefste Ton:
Stimm ihn. Er sieht aus wie ein ganz sachter
Kratzer im Eis, aber was das nicht erklärt,

ist, dass eine kleine Schuld so unerwartet lächerlich
wird, als grosses Gefühl. Verliert man das Glück,
wenn man die Wahrheit verliert? Ich hatte das Glück
zu sehen, wie du die Welt geliebt hast, so frei von
jeder Schuld, dass es dir egal war, wie die Welt reagiert.

Der Tod ist nichts als eine Lüge, und das gleiche gilt
für den Schmerz. Ich wette noch einmal: Du brauchst
meine Gesellschaft nach wie vor, nur nicht so verbissen
wie ich deine brauche, falls irgendwo, in grösserer Ferne
als der Tod, ein wirkliches Ende daraus bestehen kann.

(3. November 2017)

Uit:

Zang Di, Gesellschaft für Flugversuche. Gedichte. Aus dem chinesischen und mit einem Vorwort von Dong Li und Lea Schneider, München 2019, (Carl Hanser Verlag)



Jotie t’Hooft

T’Hooft, Jotie, Verzameld werk. Bezorgd door Marie Lesy, Antwerpen 2011, (De Bezige Bij)


KLEINE WARME HAND

Langs dit strand, langs de randen van dit water
waaruit ik schuimend ben ontstaan,
waarin ik zwijgend zal vergaan,
wandel ik gelaten en verlaten, verdwaalde schelp,
mislukt geluk en zelfs een straal verdriet.
Ik tel de ribben, de kloven in het zand,
ik reutel en ik rammel met de wonden in de palm
van mijn oneindige hand?

Droomverloren ben ik het duin, een zwijgen
van de dichtgegroeide mond, een hunkering
nog minder dan het maanziekjanken van een hand
waarnaar ik luister eerst, waarin ik mij daarna begeef,
zoals ik al zo vaak tot aan de kin geborgen stand
in de diepten van de angst, die mij doet voelen dat ik leef.
Eerst was het leegte die ik vreesde, ik schuwde en was bang;
nu is het, werd het plots een helder licht, lafenis die ik verlang.

Er zijn geen woorden voor wat ik niet wil zeggen,
ik dacht mijn deel betaald, ik waande me bevrijd
van wat mij in die angsten bond, ik wilde drijven
op je rode haar, en dreggen in de bedding van je mond;
tussen die oevers ben ik, met de mij eigen rust,
verdronken. Wanneer ik de kleine ronde kei was,
je overspoelde me van tallenkant. Vroeger echter,
wanneer ik mijn eigen slijpsteen was, het botte mes,

het falende muskietennet, de trage sterver in zijn kooi
van glas; ik wilde weten waar je was, ik werd gegeseld,
ik moest de vruchten van mijn daden erven, gebogen
heb ik en geknield in dat verleden als een gek.
Maar de prijs van pijn en droefenis, waarmee ik de verlossing
die jouw naam draagt, kopen wil, word niet door mij bepaald;
wat ben ik meer dan een blad, een doodgebloed konijn,
een half gevild gedicht, een verschaald glas rode wijn.

462-463


OVER HET VERVAL

In dit onvoorspelbaar heelal dat ik noemde
maar nu, door uw afwezigheid, ontnaamd werd
en begrensd is geworden, zijn opklaringen
niet voorzien. Over inwendige vergezichten
trekt mist in stoeten van lange droefenis.

Een zoen van de dood, een witte weelde
die weldra langs steriele zuigers &
injexienaalden de warmte onder mijn vel
door in mijn arme &vermoeide aders
zal jagen langs hart en hortende nieren

die al lang door god zijn doorgrond
tot aan het ravijn waar alle dingen
eens in eindigen start ik in mezelf.
Zo kwetsbaar slechts kan ik overleven
tussen belagers en trawanten van de leugen.

En als dan alles weer voorbij is, geleden
lacht mijn ziel traag, bleek en pas ontwaakt
uit zijn zieke winterslaap waar eeuwigheid
uit bestaat: steeds proberen of de gespannen boog
ook werkelijk onbreekbaar zijn zal.

I’m afraid to follow my flesh over those narrow wide
hard soft female beds. but I do.
(Bob Kaufman. Jail Poems.)

573


EEN DOODSHOOFD

Mijn stilste en mijn trouwste vriend
getuige van het vele leed dat groeit
getuigenis ook van de verlossing
en hoe een & ander wordt verdiend.

Dat mijn doods hoofd mij eens
en voor altijd wordt ontroofd
door medemensen eerst omkleed
door wormen dan geheel gedoofd:

Somber, zult u zeggen, triest.
Toch rest mij nog de stille hoop
eens als schedel vriend te zijn
van anderen als wanhoop hen bevriest.

584



VOOR BOER EN TUINDER

Mijn geboorte was geen verstilling
Maar regelrechte oorlog
Want tussen brandnetel en dovenetel
Ligt een verterend vuur.

Hoe huiverde ik in die tuin en zag
Het bewegen van gelederen ledematen
Vanuit het sprakeloos veld van de hersenen.
Bemest en bemoederd ontstond verdriet

Om de duif die langzaam huiswaarts keert
Over de meren en gebieden, cirkelend
En haperend aan de dorst, de draden.
Om al wat in mijn maag verteert.

En na de brand, die dooft, na het rood
Der geraniums en het groen van agaves
Bemorst de kwasterige bloesem ons
Van een in herfstkou geteelde chrysant.

628


HUIZEN

Huizen, lange aaneengesloten rij
Huizen van verleden, ver en nabij
Maar alien gevuld met het duister
Aan ramen klevend waar ik luister:

Aan een huis langs water, langs riet
Waar ratten zitten, waar wij samen
Waren, waar wij hoopten op verschiet.
Huis vol schaduw nu, vol namen.

Verdieping in een grootstad, vol
Van een enkele geur: mijn pijn.
Huizenzwam van mijn jeugd
Vol roddel en woordenloos venijn

Tot stad aaneengekleefd.
Een klein huis aan de rand ervan
Waar ik wisselvallig heb geleefd
En dat ik altijd vinden kan

Ook nu elk ander pad verdwenen is.
Klein huis, wanneer ik terug kom

Dat is: misschien, en dan te laat,
Beschaamd, berooid, met stille trom

Zal, doorheen dodenmist en as,
In de lage kamers iets nog
Mij herinneren aan wat was?

628-629


VOETSTAPPEN

Een man, een schaaldier op de bodem,
Een boom die ringen groeit.
Herfst. Van vocht glanzende dijken.

Dan komt de zee, zacht eerst, en breekt
Op die dijken het dier, breekt
De dijken en ontwortelt de boom

Waarin de man geklommen was.
Haaien cirkelen rond ons eiland op aarde.
Onze schaal is broos. Vele bladeren vallen

Op de grond, en in de mist, in regen
Vergaan de voetstappen van het kind
Dat aan de akkers is gegroeid

En nooit de weg naar huis nog vindt.

629


Uit:

T’Hooft, Jotie, Verzameld werk. Bezorgd door Marie Lesy, Antwerpen 2011, (De Bezige Bij)



José Gorostiza

Gorostiza, José, Bootgesänge / Canciones para cantar en las barcas. Gedichte, Aachen 1999 (Rimbaud)


Adán

JARDIN de otoño en mi ventana, claro.
¡Cómo está haciendo nubes
por todas partes!
Roto, deshecho en el prisma de esa lluvia,
ay, Jardín el Marino, qué recuento,
qué flaca suma resta
de tu precioso cargamento:
Maestro de la pérgola, un Apolo
en actitud de repetir el aria;
señora de su edad, la fuente
con el rostro aniñado de neblina;
a la que banca fuera confidente
espesa lama de silencio lame …
¿Qué más para un catálogo de ruina?
Acaso, a la distancia de dos voces,
desnudos, pero dignos, los castaños;
desnudo, pero infame, el caminito
que todo alegre
se cubre de hojarasca
para dejar el bello paraíso.


Adam

GARTEN des Herbstes in meinem Fenster, der helle.
Wie dieser überall
Wolken bildet!
Zerrissen, zerzaust im Prisma dieses Regens,
ach, Seemannsgarten, welcher Überrest,
welch magerer Haufen verbleibt
von deiner kostbaren Schiffsladung:
Meister der Pergola, ein Apoll
beim Wiederholen der Melodie;
Herrin seines Alters, die Quelle
mit dem vom Nebel kindlichen Gesicht;
welche die draußen zuverlässige Bank
mit dem dichten Schlamm des Schweigens beleckt …
Was fehlt noch in einem Katalog des Zerfalls?
Vielleicht in der Entfernung zweier Stimmen,
nackt, aber würdig, die Kastanien;
nackt, aber schamlos, der schmale Pfad,
der sich ganz fröhlich
mit dürrem Laub bedeckt,
um das schöne Paradies zu verlassen.


Espejo no

ESPEJO no: marea luminosa,
marea blanca.

Conforme en todo al movimiento
con que respira el agua

¡Cómo se inflama en su delgada prisa,
marea alta

y alumbra -qué pureza de contornos,
que piel de flor-la distancia,

desnuda ya de peso,
ya de eminente claridad helada!

Conforme en todo a la molicie
Con que reposa el agua,

¡Cómo se vuelve hondura, hondura,
marea baja,

y más cristal que luz, mas ojo,
intenta una mirada

en la que -espectros de color- las formas, las claras,
bellas, mal heridas, sangran!


Spiegel nein

SPIEGEL nein: leuchtende Gezeiten,
weiße Gezeiten.

Völlig übereinstimmend mit der Bewegung,
in der das Wasser atmet,

wie es in seiner schlanken Eile entflammt
zur Flut

und aufleuchtet -welche Reinheit der Umrisse,
welche Blütenhaut-die Entfernung,

entblößt schon von Gewicht,
schon gefroren von ungeheurer Helligkeit!

Völlig übereinstimmend mit der Weichheit,
in der das Wasser ausruht,

wie wird Tiefe, Tiefe
zur Ebbe,

und mehr Kristall als Licht, mehr Auge,
versucht ein Blick,

in dem -Gespenster aus Farbe- die Formen,
die hellen, schönen, kaum verletzten, bluten!


Presencia y fuga

I

EN EL espacio insomne que separa
el fruto de la flor, el pensamiento
del acto en que germina su aislamiento,
una muerte de agujas me acapara.

Febril, abeja de la carne, avara,
algo estrangula en mí a cada momento.
Usa mi voz, se nutre de mi aliento,
impone muecas turbias a mi cara.

¿Qué amor, no obstante, en su rigor acierta
a destruir este hálito enemigo
que a compás con mi pulso me desierta?

¡Templado hielo, sí, glacial abrigo!
¡Cuanto -para que dure en él- liberta
en mí, que ya no morirá conmigo!

II

TE CONTIENES, oh Forma, en el suntuoso
muro que opones de encarnada espuma
al oscuro apetito de la bruma
y al tacto que te erige luminoso.

Dueña así de un dinámico reposo,
marchas igual a tu perfecta suma
ay, como un sol, sin que el andar consuma
ni el eco mismo de tu pie moroso.

¡isla del cielo, viva, en las mortales
congojas de tus bellos litorales!
Igual a ti, si fiel a tu diseño,

colmas el cauce de tu ausencia fría;
igual, si emanas de otra tú, la mía,
que nace a sus insomnios en mi sueño.

III

TU DESTRUCCIÓN se gesta en la codicia
de esta sed, todo tacto, asoladora,
que deshecha, no viva, te atesora
en el nimio caudal de la noticia.

Te miro ya morir en la caricia
de tus ecos, en esa ardiente flora
que, nacida en tu ausencia, la devora
para mentir la luz de tu delicia.

Pues no eres tú, fluente, a ti anudada.
Es belleza, no más,
desgobernada que en ti porque la asumes se consuma.

Es tu muerte, no más, que se adelanta,
que al habitar tu huella te suplanta
con audaces resúmenes de espuma.

IV

¡AGUA, no huyas de la sed, detente!
Detente, oh claro insomnio,
en la llanura de este sueño sin párpados
que apura el idioma febril de la corriente.

No el tierno simulacro que te miente,
entre rumores, viva; no, madura,
ama la sed esa tensión de hondura
con que saltó tu flecha de la fuente.

Detén, agua, tu prisa, porque en tanto te ciegue
el ojo y te estrangule el canto,
dictar debieras a la muerte zonas;

que por tu propia muerte concebida,
sólo me das la piel endurecida
¡oh movimiento, sierpe! que abandonas.



Gegenwart und Flucht

I

IM schlaflosen Raum, der die Frucht
von der Blüte trennt, den Gedanken
von der Tat, in der ihre Vereinzelung entsteht,
umringt mich ein Tod aus Nadeln.

Fiebrig, geizige Biene des Fleisches,
würgt etwas in mir jeden Augenblick.
Es benutzt meine Stimme, es nährt sich von meinem Atem,
zwingt meinem Gesicht trübe Grimassen auf.

Doch welche Liebe vermag in ihrer Strenge
diesen feindlichen Atem zu zerstören,
der mich im Takt meines Pulsschlags im Stich läßt?

Maßvolles Eis, ja, eiskaltes Obdach!
Wieviel -damit ich in ihm dauere- befreit
es in mir, damit es nicht mehr mit mir stirbt!

II

DU ENTHÄLTST DICH, o Form, in der prächtigen
Mauer, die du aus hochrotem Schaum
dem dunklen Appetit des Nebels entgegenstellst
und dem Tastsinn, der dich leuchtend errichtet.

Herrin somit einer machtvollen Ruhe,
schreitest du deiner vollendeten Summe gleich,
ach, wie eine Sonne, ohne daß der Gang jemals
das Echo deines zaudernden Fußes verschlingt.

Insel des Himmels, lebendige, in den tödlichen
Ängsten deiner schönen Küsten!
Dir gleich, sofern deinem Entwurf getreu,

füllst du das Rinnsal deiner kalten Ferne;
gleich, wenn du dem anderen Du entspringst, dem meinen,
das zu seinen Schlaflosigkeiten in meinem Traum entsteht.

III

DEINE VERNICHTUNG vollzieht sich in der Gier
dieses Durstes, ganz Tastsinn, verheerend,
der zerstört, nicht lebendig, dich hortet
in der winzigen Fülle der Nachricht.

Ich sehe dich schon in der Liebkosung
deiner Echolaute sterben, in dieser glühenden Flora,
die, in deiner Abwesenheit geboren, sie verzehrt,
um das Licht deines Entzückens zu belügen.

Denn du bist nicht du, fließend, an dich verknotet.
Es ist Schönheit, nichts mehr, unbeherrschte,
die in dir, weil du sie ergreifst, sich verzehrt.

Es ist dein Tod, nicht mehr, der voranschreitet,
der deine Spur bewohnend dich ersetzt
mit kühnen Abrissen aus Schaum.

IV

WASSER, fliehe nicht vor dem Durst, halte ein! Halte ein,
ach helle Schlaflosigkeit, in der Ebene
dieses Traumes ohne Lider, der die fiebrige Sprache
der Strömung aufsaugt.

Nicht das zarte Trugbild, das dich belügt
zwischen Geräuschen, lebhaft; nein, reif
liebt der Durst diese Spannung der Tiefe,
mit der dein Pfeil der Quelle entsprang.

Halte, Wasser, deine Eile an, denn während
das Auge dich blendet und der Gesang dich würgt,
solltest du dem Tod Grenzbereiche vorschreiben;

denn mit deinem begriffenen eigenen Tod
gibst du mir nur die gehärtete Haut,
ach Bewegung, Schlange! die du verlässt.


Épodo

ESA PALABRA que jamás asoma
a tu idioma cantado de preguntas,
esa, desfalleciente,
que se hiela en el aire de tu voz,
si, como una respiración de flautas
contra un aire de vidrio evaporada,
¡mírala, ay, tócala!
¡mírala ahora!
¡mírala, ausente toda de palabra,
sin voz, sin eco, sin idioma, exacta,
mírala cómo traza
en muros de cristal amores de agua


Schlußgesang

DIESES WORT, das nie
deine gesungene Sprache von Fragen erreicht,
dieses hinfällige,
das in der Luft deiner Stimme gefriert,
ja, wie ein Atemzug von Flöten
verdunstet gegen eine Luft aus Glas.
Sieh es, ach, berühre es!
Sieh es jetzt!
Sieh es, völlig fern vom Wort,
ohne Stimme, ohne Echo, ohne Sprache,
genau, sieh es, wie es in Kristallmauern
Wasserliebschaften entwirft!


  1. ¿Quién me compra una naranja?
    A Carlos Pellicer

¿QUIÉN me compra una naranja
para mi consolación?
Una naranja madura
en forma de corazón.

La sal del mar en los labios
¡ay de mí!
La sal del mar en las venas
y en los labios recogí.

Nadie me diera los suyos
para besar.
La blanda espiga de un beso
yo no la puedo segar.

Nadie pidiera mi sangre
para beber.
Yo mismo no sé si corre
O si deja de correr.

Corno se pierden las barcas
¡ay de mí!
como se pierden las nubes
y las barcas, me perdí.

Y pues nadie me lo pide,
ya no tengo corazón.
¿Quién me compra una naranja
para mi consolación?


  1. Wer kauft mir eine Orange?
    Für Carlos Pellicer

WER kauft mir eine Orange
zu meinem Trost?
Eine reife Orange
in Form eines Herzens.

Das Meersalz auf den Lippen,
weh mir!
Das Meersalz habe ich in den Adern
und auf den Lippen gesammelt.

Niemand möge mir die seinen
zum Küssen reichen.
Die weiche Ähre eines Kusses
kann ich nicht mehr abmähen.

Niemand möge mich um mein Blut zum Trinken bitten.
Ich weiß selbst nicht, ob
es rinnt oder nicht mehr rinnt.

Wie sich die Boote verirren,
weh mir!
Wie sich die Wolken verirren
und die Boote, so verirrte ich mich.

Und da niemand mich darum bittet,
habe ich kein Herz mehr.
Wer kauft mir eine Orange
zu meinem Trost?


  1. La orilla del mar

NO ES agua ni arena
la orilla del mar.

EI agua sonora
de espuma sencilla,
el agua no puede
formarse la orilla.

Y porque descanse
en muelle lugar,
no es agua ni arena
la orilla del mar.

Las cosas discretas,
amables, sencillas;
las cosas se juntan
como las orillas.

Lo mismo los labios,
si quieren besar.
No es agua ni arena
la orilla del mar.

Yo sólo me miro
por cosa de muerto;
solo, desolado,
como en un desierto.

A mí venga el lloro,
pues debo penar.
No es agua ni arena
la orilla del mar.


  1. Das Ufer des Meeres

WEDER Wasser noch Sand
ist das Ufer des Meeres.

Das rauschende Wasser
mit schmucklosem Schaum,
das Wasser kann nicht
das Ufer bilden.

Und weil es ausruht
an molligem Ort,
ist weder Wasser noch Sand
das Ufer des Meeres.

Die verschwiegenen, liebenswerten,
schmucklosen Dinge;
die Dinge verbinden sich
wie die Ufer.

So auch die Lippen,
wenn sie küssen wollen.
Weder Wasser noch Sand
ist das Ufer des Meeres.

Ich allein betrachte mich
als eine tote Sache;
allein, verlassen
wie in einer Wüste.

Das Weinen komme zu mir,
denn ich muß leiden.
Weder Wasser noch Sand
ist das Ufer des Meeres.



La casa del silencio

LA CASA del silencio
se yergue en un rincón de la montaña,
con el capuz de tejas carcomido.
Y parece tan dócil
que apenas se conmueve con el ruido
de algún árbol cercano, donde sueña
el amoroso cónclave de un nido.

Tal vez nadie la habita
ni la quiere,
y acaso nunca la vivieron hombres;
pero su lento corazón palpita
con profundo latir de resignado,
cuando el rumor la hiere
y la sangra del trémulo costado.

Imagino, en la casa del silencio,
un patio luminoso, decorado
por la hierba que roe las canales
y un muro despintado
al caer de las lluvias torrenciales.

Y en las noches azules,
la pienso conturbada si adivina
un balbucir de luz en sus escaños,
y la oigo verter con un ruido
ya casi imperceptible, contenido,
su lloro paternal de tres mil años.


Das Haus der Stille

DAS HAUS der Stille
erhebt sich in einem Schlupfwinkel des Gebirges
mit seiner wurmstichigen Ziegelkappe.
Und es wirkt so gefügig,
daß es sich nur beim Geräusch
eines nahen Baumes erregt, auf dem
die verliebte Konklave eines Nestes träumt.

Vielleicht bewohnt es niemand
und begehrt es auch nicht,
und womöglich lebten dort nie Menschen;
aber sein träges Herz pocht
mit dem tiefen Klopfen eines Verzichtenden,
wenn der Lärm es verletzt
und an der zitternden Seite zur Ader läßt.

Ich stelle mir in dem Haus der Stille
einen leuchtenden Innenhof vor, geschmückt
mit dem Unkraut, das die Kanäle zerfrisst,
und eine entfärbte Mauer
beim Fall der Gewitterregen.

Und in den blauen Nächten
denke ich es mir bestürzt, wenn es
ein Lichtgestammel in seinen Treppenstufen errät,
und ich höre, wie es mit kaum vernehmbarem,
verhaltenem
Geräusch seine väterlichen Tränen
von dreitausend Jahren vergießt.


Pausas I

¡EL MAR, el mar!
Dentro de mí lo siento.
y a solo de pensar
en él, tan mío,
tiene un sabor de sal mi pensamiento.


Pausen I

DAS MEER, das Meer!
Ich fühle es in mir.
Schon beim bloßen Gedanken daran,
an das so meine,
bekommt mein Denken einen Salzgeschmack.


Borrasca

NOCHE, madre sombría,
de nubes negras y relámpagos ágiles,
cuyos gritos de luz al mar doblegan:
Menesteroso de silencio, pido
tres palmos de la orilla
desolada,
de donde pueda regresar sencilla,
como un fuego marino, la mirada.

Nublada debo de tenerla ahora,
mientras el mar castiga sus lebreles,
si tú piensas la angustia de una estrella
-viento del norte la desprende el oro –
y yo, sin los resabios
del camino,
en un beso feliz, añejo vino,
dulce soplo de brisa entre los labios.

En el mismo sendero son viadores
un límpido crepúsculo de luna
y el pájaro fugaz de la tormenta.
Para un mismo viajero
se divide en jornadas el camino,
porque pasan la aurora y el copo del lucero vespertino
en un solo sendero.

Noche, madre sombría:
Cuando llegue el minuto negro de mi borrasca,
hazme sufrirlo aquí, junto a la orilla
del agua amarga.
Que, si me vienen ganas de llorar,
quiero tener azules las ideas,
y en mis palabras el sonar
de las mareas.


Sturm

NACHT, düstere Mutter
aus schwarzen Wolken und behenden Blitzen,
deren Lichtschreie das Meer beugen:
Der Stille bedürftig bitte ich um
drei Handbreit des verlassenen
Strandes,
von dem einfach,
wie ein Seemannsfeuer, der Blick zurückkehren kann.

Vernebelt muß er jetzt sein,
während das Meer seine Windhunde bestraft,
wenn du die Angst eines Sterns bedenkst
-Nordwind entwendet ihm das Gold-
und ich, ohne den Nachgeschmack
des Weges, befinde mich
in einem glücklichen Kuss, Firnewein,
süßer Windhauch zwischen den Lippen.

Auf demselben Pfad sind Erdenwanderer
eine reinliche Monddämmerung
und der flüchtige Vogel des Gewitters.
Für einen und denselben Reisenden
teilt sich der Weg in Tagesreisen,
denn das Morgenrot und die Flocke
des abendlichen Sterns
wandern auf einem einzigen Pfad.

Nacht, düstere Mutter:
wenn die schwarze Minute meines Sturms naht,
lass mich sie hier erleiden, am Ufer
des bitteren Wassers.
Denn wenn mich die Lust zu weinen packt,
sollen meine Ideen blau sein,
und in meinen Worten sollen die Gezeiten
ertönen.



La luz sumisa

ALARGA el día en matinal hilera
tibias manchas de sol por la ciudad.
Se adivina casi la primavera,
como si descendiera
en lentas ráfagas de claridad.

La luz, la luz sumisa
(si no fuera
la luz, la llamaran sonrisa)
al trepar en los muros, por ligera,
dibuja la imprecisa
ilusión de una blanda enredadera.
¡Ondula, danza, y trémula se irisa!

Y la ciudad, con íntimo candor,
bajo el rudo metal de una campana
despierta a la inquietud de la mañana,
y en gajos de color
se deshilvana.

Pero puso el Señor,
a lo largo del día,
esencias de dolor
y agudo clavo de melancolía,

Porque la claridad, al descender
en giros de canción,
enciende una alegría de mujer
en el espejo gris del corazón.

Si ayer vimos la luna, desleída
sobre un alto silencio de montañas …
si ayer la vimos derramarse en una
indulgencia de lámpara afligida,
y duele desnatar en las pestañas
el oro de la luna.


Das gehorsame Licht

DER TAG breitet in morgendlicher Reihe
lauwarme Sonnenflecken über die Stadt.
Fast ahnt man den Frühling,
als sinke er
in langsamen Lichtstrahlen herab.

Das Licht, das gehorsame Licht,
(wäre es nicht das Licht,
man würde es Lächeln nennen)
entwirft beim behenden Erklettern der Mauern
das ungenaue Blendwerk
einer sanften Kletterpflanze.
Sie windet sich, tanzt und schillert!

Und die Stadt erwacht mit inniger Einfalt
unter dem rauhen Metall einer Glocke
in der Unruhe des Morgens
und geht auf
in bunten Orangenschnitze.

Doch der Herr erlegte
im Lauf des Tages
Essenzen des Schmerzes auf
und den scharfen Dorn der Schwermut.

Denn die Helligkeit entzündet
beim Abstieg in Wendungen des Liedes
eine frauliche Fröhlichkeit
im trüben Spiegel des Herzens.

Wenn wir gestern den Mond sahen, aufgelöst
über hoher Bergesstille …
wenn wir ihn gestern mit der Langmut
einer bekümmerten Lampe zerfließen sahen,
dann schmerzt das Entrahmen
des Mondgoldes in den Wimpern.


Otoño

A Jaime Torres Bodet

UN AIRE frío dispersó a la gente,
ramaje de colores.
Mañana es el primer día de otoño.
Los senos quieren iniciar un viaje
de golondrinas en azoro
y la mirada enfermará de ausencia.

¡Otoño,
todo desnudez de oro!

Pluma de garza contra el horizonte
es la niebla en el alba.
Lo borrará de pronto con un ala
lejana;
pero tendré la tarde aclarecida,
aérea, musical de tus preguntas
esas eternas blandas.

¡Otoño,
todo desnudez el oro!

Tu silencio es agudo como un mastil.
Haré de viento orífice.
Y al roce inmaterial de nuestras pausas,
en los atardeceres del otoño,
nunca sabremos si cantaba el mástil
o el viento mismo atardeció sonoro.

¡Otoño,
todo desnudez en oro!



Herbst

für Jaime Torres Bodet

EIN KALTER Luftzug versprengte die Menschen,
Astwerk aus Farben.
Morgen ist der erste Herbsttag.
Die Brüste möchten eine Reise antreten
von Schwalben in Angst
und der Blick wird vor Abwesenheit erkranken.

Herbst,
alles Nacktheit aus Gold!

Reiherfeder gegen den Horizont
ist der Nebel im Morgengrauen.
Ihn wird sie sogleich mit einem
fernen Flügel verwischen,
aber ich werde den aufgehellten Abend haben,
den luftigen, musikalisch von deinen Fragen,
diesen ewigen sanften.

Herbst,
alles Nacktheit das Gold!

Dein Schweigen ist scharf wie ein Mast.
Ich werde den Wind als Goldschmied spielen.
Und bei der unstofflichen Reibung unserer Pausen,
in den Abenddämmerungen des Herbstes,
werden wir nie wissen, ob der Mast sang
oder der Wind selbst ertönend dämmerte.

Herbst,
alles Nacktheit in Gold!


Preludio

ESA PALABRA que jamás asoma
a tu idioma cantado de preguntas,
esa, desfalleciente,
que se hiela en el aire de tu voz,
sí, como una respiración de flautas
contra un aire de vidrio evaporada,
¡mírala, ay tócala!
¡mírala ahora!
en esta exangüe bruma de magnolias,
en esta nimia floración de vaho
que -ensombrecido en luz el ojo agónico
y a funestos pestillos
anclado el tenue ruido de las alas-
guarda un ángel de sueño en la ventana.

¡Que muros de cristal, amor, que muros!
Ay ¿para que silencios de agua?

Esa palabra, sí, esa palabra
que se coagula en la garganta
como un grito de ámbar
¡mírala, ay, tócala!
¡mírala ahora!

Mira que, noche a noche, decantada
en el filtro de un áspero silencio,
quedóse a tanto enmudecer desnuda,
hiriente e inequívoca
-así en la entraña de un reloj la muerte,
así la claridad en una cifra-
para gestar este lenguaje nuestro,
inaudible,
que se abre al tacto insomne
en la arena, en el pájaro, en la nube,
cuando negro de oráculos retruena
el panorama de la profecía.

¡Quien, si ella no,
pudo fraguar este universo insigne
que nace como un héroe en tu boca?
¡Mírala, ay, tócala,
mírala ahora,
incendiada en un eco de nenúfares!
¿No aquí su angustia asume la inocencia
de una hueca retórica de lianas?
Aquí, entre líquenes de orfebrería
que arrancan de minúsculos canales
l no echó a tañer al aire
sus cándidas mariposas de escarcha?

Que, en lugar de esa fe que la consume
hasta la transparencia del destino
¿no aquí -escapada al dardo
tenaz de la estatura-
se remonta insensata una palmera
para estallar en su ficción de cielo,
maestra en fuegos no,
mas en puros deleites de artificio?

Esa palabra, sí, esa palabra,
esa, desfalleciente,
que se ahoga en el humo de una sombra,
esa que gira -como un soplo- cauta
sobre bisagras de secreta lama,
esa en que el aura de la voz se astilla,
desalentada,
como si rebotara
en una bella úlcera de plata,
esa que baña sus vocales ácidas
en la espuma de las palomas sacrificadas,
esa que se congela hasta la fiebre
cuando no, ensimismada, se calcina
en la brusca intemperie de una lágrima,
¡mírala, ay, tócala!
¡mírala ahora!
¡mírala, ausente toda de palabra,
sin voz, sin eco, sin idioma, exacta,
mírala cómo traza
en muros de cristal amores de agua!


Vorspiel

DIESES WORT, das nie
deine gesungene Sprache aus Fragen erreicht,
dieses hinfällige,
das in der Luft deiner Stimme gefriert,
ja, wie ein Atemhauch aus Flöten
verdunstet gegen eine Luft aus Glas,
sieh es an, ach, berühre es!
Sieh es jetzt an!
In diesem blutleeren Nebel von Magnolien,
in dieser winzigen Blüte von Dunst,
die -verdüstert im Licht das schmerzende Auge
und an verderblichen Riegeln
verankert das schwache Geräusch der Flügel-
ein Traumengel im Fenster bewacht.

Was für Mauern aus Kristall, meine Liebe, was für Mauern!
Ach, für welche Stillschweigen von Wasser?

Dieses Wort, ja, dieses Wort,
das in der Kehle gerinnt
wie ein Schrei aus Bernstein,
sieh es an, ach, berühre es!
Sieh es jetzt an!

Sieh, wie es Nacht für Nacht im Filter
eines rauhen Schweigens abgefüllt,
vom langen Verstummen nackt verblieb,
verletzend und unmißverständlich
-so wie in den Eingeweiden einer Uhr der Tod,
so wie die Helligkeit einer Ziffer-,
um diese unsere Sprache auszutragen,
unhörbar,
die sich der schlaflosen Berührung öffnet
im Sand, im Vogel, in der Wolke,
wenn schwarz von Orakeln
das Panorama der Prophezeihung widerhallt.

Wer, wenn nicht es,
konnte dieses bedeutsame Weltall ersinnen,
das wie ein Held in deinem Mund geboren wird?
Sieh es an, ach, berühre es,
sieh es jetzt an,
entbrannt in einem Echo von Seerosen!
Übernimmt nicht hier seine Angst die Unschuld
einer hohlen Rhetorik von Lianen?
Ließ es nicht hier, zwischen Flechten der Goldschmiedekunst,
die aus winzigen Kanälen ausbrechen,
seine einfältigen Falter aus Rauhreif
in der Luft spielen?

Damit statt dieses Glaubens, der es
bis zur Durchsichtigkeit des Schicksals verzehrt
-dem beharrlichen Pfeil
der Statur entkommen-,
sich nicht hier unvernünftig eine Palme erhebt,
um in ihrer Fiktion des Himmels zu bersten,
zwar nicht als Meisterin in Feuerbränden,
sondern in reinen Entzückungen der Kunstfertigkeit?

Dieses Wort, ja, dieses Wort,
dieses hinfällige,
das im Rauch eines Schattens erstickt,
das, welches kreist -wie ein Atemhauch- behutsam
über Angeln geheimen Schlamms,
dieses, in dem die Aura der Stimme zersplittert,
entmutigt,
als platze es
aus einem schönen silbernen Geschwür, dieses,
das seine sauren Vokale
im Schaume der geopferten Tauben badet, dieses,
das bis zum Fieber gefriert,
wenn es verinnerlicht, nicht
im plötzlichen Unwetter einer Träne verglüht,
sieh es an, ach, berühre es!
Sieh es jetzt an!
Sieh es an, völlig fern vom Wort,
ohne Stimme, ohne Echo, ohne Sprache, genau, sieh es,
wie es in Kristallmauern Wasserliebschaften entwirft!


Uit:
Gorostiza, José, Bootgesänge / Canciones para cantar en las barcas. Gedichte, Aachen 1999 (Rimbaud)