Benyoëts, Elazar, Scheinhellig

Benyoëts, Elazar, Scheinhellig. Variationen über ein verlorenes Thema, Wien 209 (BraunMüller)

Solange wir warten, ist er im Kommen

Du bist nur eine Spur von Welt
und doch geht sie
mit dir zu Ende

‘Frag ich dich, ob du an Gott glaubst, so frage ich dich nicht, ob du den Weg zu Gott kennst. Für den Augenblick sind wir verloren. Wir wollen es ruhig zugeben. Keiner von uns kennt den Weg zu Gott. Der Herr der Zeit und des Raumes ist unserm Gesichtskreis entschwunden. Jesus ist nicht mehr unser Heilsweg. Er war der Heiland, und ist es nicht mehr. Einstmal war es Mithras, und ist doch nicht Mithras geblieben. Nie war es Mithras für uns. Gott sendet verschiedene Heilande zu verschiedenen Völkern zu verschiedenen Zeiten. Für den Augenblick gibt es keinen Heiland. Die Juden haben dreitausend Jahre lange gewartet. Sie zogen vor, zu warten.”

Folgtest du mir,
du wärest über den Berg

CREDO: Man kann das Warten aufgeben, nicht unterbrechen
Elazar Benyoëts, Scheinhellig

p. 130

Dass etwas ‘kommen müsse’,
besagt nur das man wartet

Man wartet täglich auf den Messias,
dass er nur ja nicht überrasche

Das Kommen der Messias –
das schrittweise Abnehmen der Zukunft

Gott hiess den Messias kommen.
Wenn nun wir das könnten

Unser grosser Irrtum ist, dass wir in der Hoffnung
einen Grund zum Hoffen sehen

Credo: Der Messias war noch immer das Opfer
seines Verkünders

p. 82

Wohl kann man täglich
auf den Messias warten,
nicht aber ein Leben lang
auf die gleiche erlösung

Das nackte Leben spricht:
einer muss kommen,
und wäre es der Falsche

Der Erlösungsgedanke
ist gegen Gott den Schöpfer gerichtet

Credo: Erwartungen sind der Pöbel im Reich der Hoffnung

p. 83

Gott ist der Glaube an Ihn,
und dieser heisst Tora

Gott will, dass man sich mit der Tora beschäftigt, unbekümmert im ihn.
Die Tora ist zuerst ein Buch der Schöpfung und nur zuletzt ein Buch des Glaubens.
Gott verbietet uns Gott. Befolgen wir das Verbot, werden wir heilig und mündig. Das ist schwer zu denken, aber jüdisch gesprochen

Credo: Wäre die Schöpfung nicht, wie sie im Buche steht, es wäre ein Leichtes, die Existenz Gottes zu beweisen
p. 99

Im Glauben kann man nicht Fuss fassen. Alle Sicherheit schwankt im Glauben, nicht woanders: das ist seine Festigkeit. Das Festland aus Sand und nur dem Ertrinkenden erscheint es fester.
Der Glaube baut auf Sans und auf Wasser, der Himmel ist der Grund

“Es hilft nicht, wenn man schön liest oder hört von Gottes Güte, Liebe usw. Der Mensch kann es nicht glauben, noch über sein Herz bringen, dass er sich darauf verlasse und in den Tod gehe. Darum lernt man den Glauben nicht auf Pölsterlein aus den Büchern, oder durch müssiges Spazierengehen in eine Predigt.
Der Glaube ist des inneren Menschen Gesicht und Gewissheit, die er gewisser weiss, als was vor seinen leiblichen Augen steht, und darum bleibt er auch darauf in Todesnöten. Ja wenn alle Welt von ihm wiche, so wollte er also glauben.”

Benzion Gottlieb, mein Stiefvater, führte Auschwitz nie als Argument für oder gegen Gott an. Er war in Auschwitz und hörte auch dort nicht auf, vor Gott zu stehen; in die Knie ging er nur vor seinen Peinigern

p. 101

Wären wir nicht kostbar,
man hätte uns nicht Jahrtausende lang
unter die Lupe genommen

Unter vier Augen,
in vier Buchstaben,
suche ich Gott

p. 106

Das göttliche Licht
steht im Schatten der Worte

“Sechsunddreissigmal kommt das Wort ‘Licht’ in den fünf Büchern Mosis vor, und sechsunddreissigmal ist die Zahl der Gerechten, die in jeder Generation leben. Sechsunddreissig Kerzen, wie es auch im fernen Tibet Brauch ist. Sechsunddreissig Teile hat der Talmud, und ebenso viele Stunden leuchtete dem Adam das mystische Licht des Anfangs, ehe es Gott von den Sündern verhüllte und der kommenden Welt vorenthielt.”

p. 108

Die Antworten haben keine andere Quelle als die Fragen

Beunruhigende Fragen verdienen beunruhigende Antworten

p. 110

Ferner sagte Rabbi Chija bar Abba im Namen Rabbi Jochanans: Man bete nur in einem Raum, in dem Fenster vorhanden sind.
Berachot 34b

p. 114

 

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